Trainings

„Identität, Gewaltprävention und Zivilcourage“

 

Nächste Schulung

Freitag, 25. Oktober, 17 – 21 Uhr

+ Samstag, 26. Oktober, 10 – 18 Uhr

  in Bonn-Bad Godesberg

 

An beiden Tagen gehen wir gemeinsam alle Übungen durch, haben viel Spaß und bereiten euch optimal auf die Assistenz bei den Trainings an unseren Projektschulen in Tannenbusch und Hardtberg vor. Keine Frage wird unbeantwortet bleiben.

Für eure Teilnahme erhaltet ihr ein Zertifikat. Zudem werden euch die Stunden als ehrenamtliche Arbeitsstunden für German Angel aufgeschrieben.

Die Anzahl der Plätze ist begrenzt. Wer zuerst kommt, mahlt zuerst.

Also meldet euch zeitnah an. Schreibt uns dazu einfach eine kurze Mail mit Vorname, Name, Anschrift, Handynummer, Studienfach und Semester an:

 trainings(a)german-angel.de


Zum Training

Ausgangslage und Grundgedanken

In benachteiligten Quartieren wohnen überproportional viele Menschen, die in dauerhafter Arbeitslosigkeit, Armut und Resignation leben. Negative Auswirkungen auf das schulische und beruflich-gesellschaftliche Zurechtkommen ihrer Kinder sind eher die Regel als die Ausnahme. Eigene Frustration und die täglich erfahrene „Normalität“ von Gewalt können leicht eine Zuwendung zu menschenfeindlichem Denken (Rassismus, Islamismus etc.) und eine Tendenz zu gewalttätigem Verhalten (Mobbing, Schlägereien etc.) nach sich ziehen. Die Gefahr, selbst zum Täter, Opfer oder Zeugen verschiedener Formen von Gewalt zu werden, ist in benachteiligten Quartieren – ganz unabhängig vom Elternhaus – besonders hoch.

An dieser Stelle setzt das Training „Identität, Gewaltprävention und Zivilcourage“ mit Kindern der Jahrgangsstufen 3 bis 6 aus benachteiligten Vierteln an. Der Grundgedanke ist dabei folgender: Ein junger Mensch, der sich seiner Zugehörigkeit zu verschiedenen Gruppen (wie zum Beispiel Schulklasse, Schulgemeinschaft, Stadtteil-Einwohnerschaft, Familie, Ethnie und Religionsgemeinschaft) bewusst ist und weiß, dass jede(r) seiner Mitschüler(innen) über ähnlich viele verschiedene Zugehörigkeiten verfügt, ist weniger dazu geneigt, in „Schubladen“ und im weitesten Sinne „rassistischen“ Feindbildern zu denken. Er entwickelt vielmehr ein Interesse an den Besonderheiten seines Gegenübers und ein Zusammengehörigkeitsgefühl über kulturelle Grenzen hinweg: „Wir alle sind Teil einer Schule und einer Gesellschaft!“

Gewalt gegen Schülerinnen und Schüler aber auch gegen Lehrkräfte kann trotzdem eine Rolle im Schulalltag spielen und tut dies leider viel zu oft. In einem zweiten Schritt widmen wir uns deshalb der Gewaltprävention. Spielerisch wird in verschiedenen Übungen das Auge für Grenzüberschreitungen geschärft und die Empathie mit den Betroffenen von Gewalt vergrößert: „Opfer ist kein Schimpfwort!“

Ein selbstbewusster Mensch, der Menschenfeindlichkeit und Gewaltanwendung gleichermaßen ablehnt, kann zum Helfer in Notsituationen werden: Die Rede ist von Zivilcourage oder „sozialem Mut“. Den Abschluss des Trainings bilden deshalb Übungen zu diesem Thema. In Rollenspielen und Gesprächen werden den Schülerinnen und Schülern verschiedene Handlungsmöglichkeiten aufgezeigt, die in Gewaltsituationen zur Anwendung kommen können. Zentral ist hierbei die Einsicht: „Jeder kann helfen!“ 

Ziele

Mit dem Training „Identität, Gewaltprävention und Zivilcourage“ geht eine nachhaltige Reduzierung von Konflikten im Schulalltag einher. Bei den Teilnehmerinnen und Teilnehmern wird ein Problembewusstsein für Gewalt und gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit geschaffen. Potentielle Täterinnen und Täter werden für das Leid sensibilisiert, das sie Anderen zufügen, und potentielle Opfer erlernen Wege zur Vermeidung und Entschärfung gefährlicher Situationen. Die Befähigung und die Bereitschaft zu zivilcouragiertem Handeln werden erhöht. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer gewinnen ein Mehr an Resilienz und Gelassenheit im Umgang mit Provokationen, was ihre Konzentrationsfähigkeit im Unterricht verbessert.

Vom Training profitieren primär die Teilnehmerinnen und Teilnehmer selbst, in zweiter Linie aber auch ihre Mitschülerinnen, Mitschüler und Lehrkräfte. Letzterer Effekt wird gezielt verstärkt durch die Übermittlung des Auftrages: „Ihr seid hier, weil wir an jeder Schule eine kleine Gruppe von Kindern ausbilden, die dann etwas gegen Gewalt tun.“ Die Verbesserung des sozialen Verhaltens der teilnehmenden Kinder wirkt ihrem Versagen in Schule und Beruf entgegen und reduziert so die Folgekosten für die Gesellschaft – sie nützt letztlich allen.

Umsetzung

 Unsere Trainings umfassen sieben Sitzungen von jeweils 90 Minuten Länge. In sechs dieser Sitzungen kommen zahlreiche Übungen und Spiele zu den Themen „Identität“, „Vorurteile“, „Gruppen“, „Gewaltprävention“ und „Zivilcourage“ zur Anwendung. Eine Sitzung ist der Lösung, das heißt zunächst dem direkten Ansprechen, konkreter Probleme in der Gruppe (zum Beispiel Fälle von Mobbing oder Cliquenbildung) vorbehalten.

Wir arbeiten hierbei mit Klassen, OGS-Gruppen und speziell zusammengestellten Kleingruppen von Kindern der 3. bis 6. Jahrgangsstufe. Unsere Trainingstermine werden im Vorfeld individuell mit den jeweiligen Ansprechpartner(inne)n vereinbart und finden sowohl vormittags als auch nachmittags statt. Wir stehen während der gesamten Dauer unseres Trainings in engem Austausch mit den Klassenlehrer(inne)n, Erzieher(inne)n und Sozialpädagog(inn)en der Schulen.

Bisher konnten wir an unseren Partnerschulen, das heißt an Carl-Schurz-Grundschule, Elsa-Brändström-Schule und Realschule Hardtberg, bereits rund 250 Kinder auf diese Weise trainieren.

 

Trainingsleitung

Unser Team besteht aus dem Trainingsleiter, Herrn Christoph Hamm (Master of Arts Geschichte und Zivilcouragetrainer) und rund 30 in Wochenendschulungen hierfür fortgebildeten und seither ehrenamtlich tätigen Studierenden unterschiedlicher Studiengänge. Herr Hamm leitet die Trainings je nach Gruppengröße unterstützt durch zwei bis fünf Assistent(inn)en.

 

Kontakt für Schulen und Partner

Sie sind Schulleiter(in)/Mitarbeiter(in) einer Schule in Bonn und interessieren sich für eine Durchführung unseres Trainings bei Ihnen? Sie sind Eltern und wünschen weitere Informationen zu dem Training, das mit Ihrem Kind durchgeführt wird? Sie sind Studierende(r) und würden gerne im Rahmen unserer Trainings ehrenamtlich aktiv werden?

Sehr gerne beantworten wir Ihnen alle Ihre Fragen per E-Mail:

 trainings(a)german-angel.de


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